Informationen zur Gasmangellage

Lange waren die Preise stabil, doch in diesem Jahr erreichen die Kosten am Energiemarkt bisher unbekannte Höhen – und ein Ende des Anstieges ist aktuell nicht in Sicht.

Die mittel- und langfristigen Auswirkungen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sind zurzeit leider weder geopolitisch noch energiepolitisch und -wirtschaftlich absehbar.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Grund dafür sind die seit dem 14. Juni bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preisniveau am Gasbeschaffungsmarkt. Zwar sind die Gasspeicher besser gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf einem niedrigen Stand bleiben, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen zu erreichen.

Die Versorgungssicherheit mit Gas ist laut Aussage des Bundeswirtschaftsministeriums aktuell zwar kritisch, aber gewährleistet. Die ausfallenden Mengen können noch am Markt beschafft werden, wenn auch zu höheren Preisen.

Der Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sieht drei Warnstufen vor:

Stufe: Frühwarnstufe (Frühwarnung)

Am 30. März durch die Bundesregierung ausgerufen.

Stufe: Alarmstufe (Alarm)

Am 23. Juni durch die Bundesregierung ausgerufen.

Stufe: Notfallstufe (Notfall)

Wie wirkt sich das auf die Gaslieferung für unsere Kunden aus:

Haushaltskunden und soziale Einrichtungen, wie beispielsweise Krankenhäuser, sind durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt und der Notfallstufe zugeordnet.

Unsere „nicht geschützten Kunden“ (Sondervertragskunden wie Industrie und Gewerbe) im SWW-Netzgebiet haben wir informiert, da für den Fall einer Engpass-Situation deren Gasbezug reduziert oder diese Kunden im schlimmsten Fall von der Versorgung getrennt werden müssten.

Neue Gasumlagen ab dem 01.10.2022

Mit welchen Mehrbelastungen müssen unsere Kunden mit Einführung der Umlagen rechnen?

Mit Inkrafttreten der Gaspreisanpassungsverordnung am 9. August hat die Bundesregierung der Erhebung der Gasbeschaffungsumlage durch die Gasimporteure zugestimmt. Neben dieser Umlage hat die Bundesnetzagentur am 29. Juli das Konzept zur Methodik der Ausgestaltung der Speicherumlage in der Fassung des Änderungsantrags von THE vom 28. Juni 2022 genehmigt. Die Speicherumlage gemäß § 35e EnWG soll bis zum 31. März 2025 erhoben werden.

Was ist die Gasbeschaffungsumlage und wie hoch ist diese?

Die Bundesregierung hat von ihrer Befugnis des Energiesicherungsgesetzes (§ 26 EnSiG) Gebrauch gemacht und mit der neuen Gaspreisanpassungsverordnung Regelungen erlassen, wonach die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffungen den Gasimporteuren im Fall einer erheblichen Reduzierung der Gasimportmengen erstattet und in Form der sogenannten Gasbeschaffungsumlage weitergegeben werden können. Übergreifendes Ziel ist es, die Marktmechanismen und Lieferketten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Bei der nun beschlossenen Umlage nach § 26 EnSiG erfolgt ein Ausgleich der höheren Gasbeschaffungspreise über Gaslieferanten, die diese Kosten an ihre Kunden weitergeben können. Die Umlage ist für alle Gas-Lieferanten (gerechnet in Cent pro Kilowattstunde) gleich hoch. Die § 26 EnSiG-Umlage soll damit eine faire Verteilung der Lasten auf viele Schultern erlauben. Weitere Ausführungen für die Gründe und das Verhältnis zum gesetzlichen Preisanpassungsrecht nach § 24 EnSiG finden sich auch in dem Fragen-Antworten-Katalog des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/F/faq-gasumlage.html). Mit der Umlage werden die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung solidarisch auf alle Gaskunden umgelegt.

Aktuelle Höhe der Gasbeschaffungsumlage: 2,419 ct/kWh netto

Ab wann tritt die Umlage in Kraft?

Die Umlage tritt offiziell ab dem 1. Oktober in Kraft, die Stadtwerke Walldorf werden diese ab dem 1. November an Ihre Tarifkunden weiterberechnen. Die Sondervertragskunden bekommen die Umlage bereits ab dem 1. Oktober in Rechnung gestellt.

Was ist die Gasspeicherumlage und wie hoch ist diese?

Mit Blick auf die Gas-Versorgungssicherheit hat die Bundesregierung ein Gesetz beschlossen, das konkrete Mindestfüllstände der Gasspeicher an bestimmten Stichtagen vorgibt. Das soll dazu beitragen, dass im Winter auch beim Ausfall von Gasimporten die Gasversorgung in Deutschland gesichert ist. Um bestimmte Füllstände in den Gasspeichern zu erreichen, ist der sogenannte Marktgebietsverantwortliche, Trading Hub Europe (THE), berechtigt, bei Bedarf Gas einzukaufen und in die Gasspeicher einzuspeichern. Die Verantwortung zum Erreichen der Füllstandsvorgaben der Gasspeicher liegt primär bei den Speicherbetreibern und Speichernutzern, THE ergreift jedoch im Einklang mit den rechtlichen Vorgaben ergänzende Maßnahmen, um die gesetzlich festgelegten Füllstände zu erreichen. Die dafür bis zum 1. April 2025 anfallenden Kosten werden über die sogenannte Gasspeicherumlage finanziert. Diese Umlage fließt als Preisbestandteil in den Gaspreis ein, wodurch alle Gaskunden solidarisch an den Mehrkosten beteiligt werden.

Aktuelle Höhe der Gasspeicherumlage: 0,059 ct/kWh netto

Ab wann tritt die Umlage in Kraft?

Die Umlage tritt offiziell ab dem 1. Oktober in Kraft, die Stadtwerke Walldorf werden diese ab dem 1. November an Ihre Tarifkunden weiterberechnen. Die Sondervertragskunden bekommen die Umlage bereits ab dem 1. Oktober in Rechnung gestellt.

Was ist die Bilanzierungsumlage und wie hoch ist diese?

Zur Deckung des zu erwartenden Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und
Ausgleichsenergie wird gemäß der Festlegung der BNetzA (GaBi Gas 2.0) u.a. eine Bilanzierungsumlage erhoben. Diese ist von Bilanzkreisverantwortlichen zu tragen, die Entnahmestellen beliefern. Die Abrechnung der Bilanzierungsumlage erfolgt monatlich im Zuge der Bilanzkreisabrechnung. Zur Berechnung der vom Bilanzkreisverantwortlichen zu entrichtenden Bilanzierungsumlage multipliziert der Marktgebietsverantwortliche die bilanzrelevanten Ausspeisemengen eines Bilanzkreisverantwortlichen mit der jeweils gültigen Bilanzierungsumlage. Die Bilanzierungsumlage wird für die Dauer von 12 Monaten festgelegt.

Aktuelle Höhe der Bilanzierungsumlage SLP: 0,57 ct/kWh netto

Aktuelle Höhe der Bilanzierungsumlage RLM: 0,39 ct/kWh netto

Ab wann tritt die Umlage in Kraft?

Die Umlage tritt offiziell ab dem 1. Oktober in Kraft, die Stadtwerke Walldorf werden diese ab dem 1. November an Ihre Tarifkunden weiterberechnen. Die Sondervertragskunden bekommen die Umlage bereits ab dem 1. Oktober in Rechnung gestellt.

Wie lange müssen die Umlagen gezahlt werden?

Beide Umlagen können erstmals für den Oktober 2022 erhoben werden. Energieversorgern ist es in der Regel nicht möglich, diese Umlagen vorzufinanzieren. Daher werden viele Energieversorger gezwungen sein, ihren Kunden die Umlage mit einer Preisänderung bereits im Oktober oder mit etwas Zeitverzug weiterzugeben.

Die Gasspeicherumlage wird nach derzeitigem Stand vom Markgebietsverantwortlichen gegenüber den Bilanzkreisverantwortlichen vom 1. Oktober 2022 bis zum 1. April 2025 erhoben.

Die Gasbeschaffungsumlage wird nach derzeitigem Stand vom Markgebietsverantwortlichen gegenüber den Bilanzkreisverantwortlichen vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2024 erhoben.

Die Entwicklung auf den Weltmärkten für Energie ist nur sehr schwer vorauszusagen. Ein möglicher Liefer- oder Importstopp für Gas würde zu weiteren Preissteigerungen an den Energiemärkten führen. Das hätte zunächst schwerwiegende Folgen für alle direkten Marktteilnehmer, denn damit würde sich nicht nur der Energieeinkauf deutlich verteuern, sondern auch die Kosten zur Absicherung der Handelstätigkeit.

Liquiditätsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten einzelner Unternehmen wären dann nicht mehr ausgeschlossen. Wir als Energieunternehmen stehen dafür, dass wir mit einer nachhaltigen und langfristigen Einkaufspolitik über Jahre starke Preisschübe verhindern und kurzfristige Preissprünge abfedern konnten. Den Entwicklungen an den Großhandelsmärkten können wir uns aber auch nicht dauerhaft entziehen. Umso länger die Krise anhält und umso höher die Beschaffungs- und Bezugspreise steigen, desto stärker werden auch wir unsere Preise anpassen müssen.

In der aktuellen angespannten Situation muss also leider von weiter steigenden Preisen für Endverbraucher ausgegangen werden.

Die Energiewirtschaft arbeitet im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung mit Hochdruck daran, die Energieversorgung zu diversifizieren, neue Importquellen zu erschließen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Gleichzeitig müssen wir aber auch effizienter mit der vorhandenen Energie (Strom, Gas, Wärme) umgehen. Jeder Kunde kann hier durch Einspar- und Effizienzmaßnahmen einen Beitrag leisten: vom Industrieunternehmen bis zum einzelnen Bürger. Die OnlinePlattform Energie sparen kann ganz einfach sein / Ganz einfach Energiesparen (ganz-einfach-energiesparen.de) hilft Ihnen mit Tipps und Tricks, wie Sie schnell und einfach im Alltag Energie sparen können, oder Maßnahmen, die sich im Haus oder der Wohnung mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen. Über ausgewählte Suchportale finden Privat- wie Gewerbekunden die relevanten Förderprogramme und Beratungsangebote.

Die Abschläge für die Gaslieferung werden den aktuellen Preisen angepasst. Dies ist notwendig, damit Sie mit der Jahresrechnung keine zu hohe Rückzahlungsforderung erhalten. Sie werden rechtzeitig über die neuen Abschlagszahlungen informiert.

Wir sind immer an einer mit dem Kunden im Einklang liegenden Lösung interessiert: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wir gemeinsam mit dem Kunden prüfen, zum Beispiel:

  • Anpassung der Abschlagshöhe
  • Ratenzahlung
  • Langfristige Lösungen bei generellen Zahlungsschwierigkeiten und/oder Zusammenarbeit mit der Stadt Walldorf

STEPS Kalender vorbestellen

Nachhaltig Ressourcen schonen

STEPS – Kleine Schritte fürs Klima und die Umwelt ist das Motto unseres Kalenders für das Jahr 2023. Auf zwölf Seiten gibt es Tipps und Anregungen, was man als Einzelperson für die Umwelt tun kann.

Entsprechend wollen wir auch im Umgang mit dem Kalender selbst ressourcenschonend und nachhaltig agieren und diesen nur auf Nachfrage versenden. Schicken Sie uns hierfür einfach eine formlose E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift an das folgende Postfach

kalender@stadtwerke-walldorf.de

oder rufen Sie uns an unter

06227 8288 701